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Europäer verkaufen ihr Unternehmen, wenn sie müde geworden sind, Amerikaner tun dies, wenn sie am meisten dafür bekommen (Prof.Dr. Carl Zimmerer)

OLG Oldenburg, Urteil vom 22.06.2006 (1 U 34/03):

„Das dem Geschäftsführer bei unternehmerischen Entscheidungen zugebilligte weite Ermessen ist beim Erwerb eines anderen Unternehmens (hier eines weiteren Klinikbetriebs) überschritten, wenn die Grundlagen, Chancen und Risiken der Investitionsentscheidung nicht ausreichend aufgeklärt worden sind. Zumindest dann, wenn nicht ausreichende gesicherte Erkenntnisse über das zu erwerbende Unternehmen vorhanden sind oder wenn vorhandene Informationen Unklarheiten aufweisen, wird eine umfassende „Due Dilligence“ durchzuführen sein“ (Leitsatz 2, zitiert nach juris). 

Demnach wird im Rahmen einer Unternehmensveräußerung regelmäßig ein Due Dilligence durchzuführen sein. Darunter versteht man eine detaillierte und systematische Erhebung und Analyse der Unternehmensdaten. Durch das Due Dilligence soll ein Gesamtbild des Unternehmens, der Chancen und Risiken gewonnen werden. Man unterscheidet dabei zwischen

> rechtlichen Due Dilligence und
> wirtschaftlichen Due Dilligence. 

Während beim rechtlichen Due Dilligence insbesondere die bestehenden vertraglichen Vereinbarungen überprüft werden, soll bei dem wirtschaftlichen Due Dilligence insbesondere die Bilanz samt Gewinn- und Verlustrechnung mit Anhang und Lagebericht analysiert werden.

Die Verhandlungsphase gliedert sich typischerweise in folgende Abschnitte:

1.  Due Dilligence

  • Informationsmemorandum
  • Indikatives Angebot
  • Non Disclosure Agreement

2.   Letter of Intent

  • Instruction to proceed
  • Break-up-Fees
  • Vorvertrag

3.   Signing und Closing

Hinsichtlich des Erwerbsgegenstandes wird unterscheidet man grundsätzlich zwei Gestaltungsformen:

Asset Deal

Es werden die einzelnen Gegenstände, die im Wesentlichen das Unternehmen darstellen, auf den Erwerber übertragen. Die Übertragung ist schuld- und sachenrechtlich sehr aufwändig. Der Vorteil besteht rechtlich darin, dass die Schuldenhaftung des Erwerbers optimal begrenzt werden kann. 

Share Deal

Beim Share Deal (Beiteiligungskauf) erwirbt der Käufer die Geschäftsanteile an einer Personen- oder Kapitalgesellschaft, so dass der Rechtsträger als solcher bestehen bleibt. Es werden nicht die einzelnen Gegenstände des Unternehmens übertragen, vielmehr geht eine Mitberechtigung oder -beim Erwerb aller Anteile- das Unternehmen als solches über.

Welche Erwerbsform in welcher konkreten Ausgestaltung letztlich zum Tragen kommt, hängt von einer Vielzahl betriebswirtschaftlicher, gesellschaftsrechtlicher und letztlich auch steuerrechtlicher Fragestellungen ab, die im Einzelfall sorgfältig geprüft werden müssen.

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