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Betriebliche Nachfolgeplanung - 
Familiäre und externe Lösungen

1. BASEL III
Die Sicherung der Unternehmensnachfolge ist einer der wichtigsten Rating-Punkte nach Basel III.
 
2. Familiäre Nachfolge
Das überlange Verbleiben des Unternehmers in der Führungsposition kann zu Verkrustungen und Verlust der Wettbewerbsfähigkeit führen. Je stärker der Bestand des Unternehmens mit der Person des Unternehmers verbunden ist, kann der plötzliche Ausfall Anlass für Unternehmenskrisen sein.
Die Überleitung der Verantwortung an familiäre Nachfolger erfolgt am besten im Weg der umschauend geplanten vorweggenommenen Erbfolge.
 
3. Externe Gestaltungen
 
3.1. Totalübertragung an Mitarbeiter
Sofern die familiäre Nachfolge ausscheidet, kommt die Unternehmensnachfolge durch qualifizierte Mitarbeiter in Betracht. Die Übertragung erfolgt in der Praxis häufig zu besonders günstigen Konditionen (erhalt der Arbeitsplätze).
 
3.2. Verpachtungsmodelle an Mitarbeiter
Fehlt es den Mitarbeitern am Kapital für den Erwerb, sind Verpachtungsmodelle oder die vorherige Ausgliederung von Vermögen (z.B. wertvoller Grundbesitze) unter Buchwertfortführung eine Alternative:
 
3.2.1. Einbringung
Vorherige Ausgliederung des Anlagevermögens, Übertragung des operativen Unternehmens ohne Anlagevermögen, § 34(3) EStG (BFH 9.12.2014,IV R 29/14, keine „Schamfrist“, von Finanzverwaltung aber noch nicht angewendet).
 
3.2.2. Überführung nach § 6 (5) S.2 EStG
Überführung eines Wirtschaftsgutes (z.B. Grundstück) in ein anderes Betriebsvermögen desselben Steuerpflichtigen.
 
3.2.3. Rechtsträgerwechsel nach § 6 (5) S.3 EStG
BFH 2.8.2012 (IV R 41/11):
Steuerneutrale Übertragung des Geschäftsanteils an einer Personengesellschaft, auch wenn das im SBV befindliche Grundstück zeitgleich ebenfalls steuerneutral auf zweite (neu gegründete) Personengesellschaft übertragen wird (von der Finanzverwaltung noch nicht angewendet –Gesamtplan).
 
3.3. Management-buy-in
Einkauf eines externen Managements in das Unternehmen.
 
3.4. Leveraged-buy-out
Gründung einer Erwerbsgesellschaft mit gesellschafts-rechtlicher Beteiligung der Fremdmanager. Finanzierung der Übernahme durch spezialisierte Bank (Verpfändung der Geschäftsanteile der Fremdmanager an die Bank, diese wird eventuell selbst Gesellschafter auf Zeit).
 
3.5. Verkauf an Dritte
Verkauf an Liefer- oder Abnehmerfirmen, Wettbewerber, Investoren, etc
 
II. GESTALTUNGSZIELE BEI FAMILIÄRER UNTERNEHMENSNACHFOLGE
 
1. Unternehmenskontinuität
 
1.1. Vermeidung von Erbengemeinschaften
Jederzeitige Auseinandersetzung und „Versilberung“ des Nachlasses ist möglich.
 
1.2. Sicherung der Unternehmensnachfolge
Nachfolgeregelung nur mit Familienangehörigen mit unternehmerischer Begabung.
 
1.3. Nachfolgerbindung
Frühzeitige Interessierung für das Unternehmen. Frühzeitige Beteiligung am Unternehmen (Test der unternehmerischen Begabung).
 
2. Familiengesellschaften
Die häufig gewünschte finanzielle Gleichbehandlung der Abkömmlinge und der sich aus der Pflichtteilsberechtigung ergebende Zwang führt oft zur Gründung einer Familiengesellschaft mit gleichen oder zumindest die Pflichtteilsquote deckenden Geschäftsanteilen sowie Differenzierung in der Führungsverantwortung.
 
3. Notarieller Pflichtteilsverzicht
Werden gesellschaftsrechtliche Strukturen nicht gewünscht, kommen vertragliche Regelungen unter Mitwirkung der Pflichtteilsberechtigten in Betracht (verschiedene Varianten des Pflichtteilsverzichts).
 
4. Pflichtteilsminderung
Sind vertragliche Regelungen nicht möglich, ist einseitige Vorsorge zu treffen, um unerwünschte oder unerfüllbare Pflichtteilsansprüche zu begrenzen (verschiedene Varianten der Pflichtteilsminderung / Pflichtteilskürzung).
 
5. Wirtschaftliche Absicherung des Unternehmers
Erfahrungsgemäß befindet sich die Altersversorgung des Unternehmers im Risiko, wenn die Unternehmens-finanzierung im Vorrang ist und / oder das Vermögen sich in der operativen Gesellschaft befindet. Mögliche Verhinderungsmaßnahmen sind:
 
5.1. Haftungsfreistellung
Die Haftungsbefreiung des Unternehmers aus der Kreditbesicherung für das Unternehmen wird in der Praxis als die wichtigste vorbereitende Maßnahme des Generationenwechsels gesehen (z.B. gezielte Bildung von haftungsfreiem Vermögen).
 
5.2. Trennung von operativem Risiko und Vermögen
Frühzeitige Verlagerung des Vermögens und der betrieblichen Versorgungsleistungen von der operativen Gesellschaft in eine Holding-Gesellschaft (Nutzung von Konzern-Strukturen für den Mittelstand).

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