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Mitarbeiter halten ist deutlich günstiger, als neue Mitarbeiter zu suchen und einzuarbeiten.

Es ist bekannt, dass bei jedem Arbeitnehmerwechsel, zumindest bei den betriebswichtigen Führungskräften, für Suche, Qualifikation und Einarbeitung eines Nachfolgers, Kosten in Höhe von ein bis zwei Jahresgehältern anfallen. Allein die „Headhunter“ verlangen oft 1,5 Jahresgehälter als Honorar. Hinzu kommen weitere Kosten für Einarbeitung, Produktionsausfall und ein Fehlbesetzungsrisiko.

Dass diese Kosten anfallen und Risiken bestehen, ist wohl unbestritten. Offen ist jedoch, wann und in welcher tatsächlichen Größenordnung sie anfallen werden. Deshalb können sie nicht bilanziert und auch nicht steuerbegünstigt zurückgestellt werden. Die anfallenden Kosten schweben wie ein Damokles-Schwert über dem Unternehmen, weil sie bei Fälligkeit dann dem laufenden Geschäft entnommen werden müssen, was wiederum zu Liquiditätsengpässen führen kann. Zudem es bei dem bestehenden Mangel an Fachkräften und Spezialisten (Demografie) noch schwerer und damit wohl auch noch teurer werden, überhaupt qualifizierten Ersatz zu finden.
 
Es stellt sich somit die Frage, ob man einen Teil dieses Geldes nicht lieber gleich dem betriebswichtigen Mitarbeiter als Betriebs-treueprämie anbietet, um ihn von einem Arbeitsplatzwechsel abzuhalten und zu höherer Motivation zu verhelfen. Idealerweise ist dies verbunden mit einem steuerlichen Effekt.
 
Lösung ohne die Restriktionen des Betriebsrentengesetzes (BetrAVG)
Dem betriebswichtigen Mitarbeiter wird eine Betriebstreueprämie angeboten und fest vereinbart. Verbleibt der Mitarbeiter, z.B. für die Dauer von 10 Jahren im Unternehmen, erhält er eine fest vereinbarte Prämie, z.B. in Höhe eines Jahreseinkommens.
 
Verlässt er innerhalb dieser 10 Jahre das Unternehmen, aus welchem Grund auch immer, verfällt die Prämie und der Mitarbeiter erhält nichts, auch keinen der Dienstzeit entsprechenden unverfallbaren Anteil.
 
Weil es sich hier um keine betriebliche Altersversorgung, sondern „nur“ um eine arbeitsrechtliche Vereinbarung handelt, gibt es keine Unverfallbarkeitsfristen oder Mindestleistungen. Das Betriebsrentengesetz (BetrAVG) findet hier keine Anwendung.
 
Nach § 6 Abs.1 lit. 3 EStG ist eine vertragliche Verpflichtung, soweit verzinslich vereinbart, sofort steuerlich anzusetzen, was zu einer sofortigen Steuerersparnis von ca. etwa 30 % (Körperschafts- und Gewerbesteuer sowie Solidaritätszuschlag) führt.

Diese Steuerersparnis kann nun in 2 Varianten angelegt werden:

  • Sie wird als betriebliche Innenfinanzierung im Unternehmen verwendet. Je nach der kalkulierten Eigenkapitalfinanzierung kann so in 10 Jahren durchaus der für die Prämie notwendige Aufwand erwirtschaftet, gegebenenfalls sogar überschritten werden.
  • Wird diese Steuerersparnis hingegen außerhalb des Unternehmens als Rückdeckung sofort verzinst angelegt, kann - bei entsprechender Gestaltung und Verzinsung - aus den angelegten Steuerersparnissen durchaus ein Kapital zwischen 50 % und 60 % der zu leistenden Prämie anwachsen.

Scheidet der Mitarbeiter vorzeitig aus, verfällt die Prämie. Dem Unternehmen steht das inzwischen angesammelte bzw. angesparte Kapital zur eigenen Verwendung zur Verfügung.

Er kann z.B. es verwenden für
  Abfindungszahlungen bei Entlassungen,
  die Suche neuer Mitarbeiter,
  Ausbildungs- und Schulungsmaßnahmen für neuen Mitarbeiter

Bleibt der Mitarbeiter über die Mindestdauer im Unternehmen, hat er die vereinbarte Prämie verdient, die letztlich zu einem erheblichen Teil aus ersparten Steuern erwirtschaftet wurde. Der Mitarbeiter kann sich seine Prämie (versteuert) auszahlen lassen oder sie in betriebliche Altersversorgung oder betriebliche Altersteilzeit umwandeln lassen.

Nutzen für das Unternehmen
  Finanzierung der Mitarbeiterbindung über Steuereinsparung
  Freie Verfügbarkeit über die gewonnene Liquidität
  Keine Geltung des Betriebsrentengesetzes
  Keine Insolvenzsicherungspflicht
  Keine Einschränkungen bei der Beendigung des Arbeitsverhältnisses
  Freie Verfügbarkeit über die Mittel bei vorzeitiger Beendigung des Arbeitsverhältnisses

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