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Holdungstrukturen für den Mittelstand

Die Gründung einer Holding kann auch für den mittelständischen Unternehmer eine interessante Option darstellen. Meist sind steuerliche Aspekte dafür ausschlaggebend, dass die Mehrzahl der Holdinggesellschaften in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft geführt werden.

Die Gründung einer Holding muss z.B. dann in Betracht gezogen werden, wenn der operative Bereich Haftungsrisiken birgt und sich in derselben Gesellschaft wertvolles Anlagevermögen befindet, wie z.B. Immobilien, die dann bei Verwirklichung der Risiken mithaften. Hier ist die Holding ein sehr effizientes Instrumentarium zur Trennung von Risiko und Vermögen.

Bei kleinen und mittelständischen GmbHs werden Gewinne oft einbehalten, um zu vermeiden, dass Gewinnausschüttungen ansonsten im Rahmen der privaten Einkommensteuerveranlagung der Anteilseigner (hoch) zu versteuern sind. Hier kann die Wahl einer Holdingstruktur sinnvoll sein, da Gewinne in der Holdinggesellschaft steuergünstig „geparkt“ werden können, um z.B. wirtschaftlich sinnvolle Investitionen zu tätigen.

Daneben gibt es aber auch zahlreiche andere Motive, die für die Errichtung einer Holdingstruktur sprechen. Dazu gehören persönliche, finanzielle, unternehmerische und organisatorische Gründe. All diese Motive überlagern sich in der Praxis und werden einzelfallbezogen unterschiedlich gewichtet. Je nachdem wie stark die Beweggründe im Einzelnen gewichtet werden, ist entweder die Implementierung einer Finanzholding oder einer Managementholding sinnvoll. Zweck der Finanzholding ist originär die Finanzierung und Verwaltung der gehaltenen Beteiligungen.

Die Managementholding bzw. Führungsholding übernimmt darüber hinaus noch geschäftspolitische Maßnahmen, um auf die Geschäftsführung der Beteiligungsunternehmen Einfluss zu nehmen. Besitzt ein (oder besitzen mehrere) Anteilseigner Gesellschaftsanteile an mehreren Unternehmen, die auch unternehmerisch zusammenarbeiten, wird die Errichtung einer Managementholding im Vordergrund stehen, um insbesondere Verbundvorteile zu nutzen, Interessen zu bündeln oder die unternehmerischen Aktivitäten besser zu strukturieren.

Hingegen ist eine Finanzholding zielführend für Anteilseigner, die Gewinnausschüttungen auf privater Ebene vorerst nicht versteuern wollen oder die mit dem Gedanken spielen, ihr operatives Unternehmen irgendwann zu veräußern, sei es, weil ein Nachfolger aus der eigenen Familie nicht vorhanden ist oder es sich z.B. um ein aufstrebendes New-Economy-Unternehmen handelt. Denn bei einer Veräußerung der Beteiligung würde die GmbH-Holding den Veräußerungsgewinn nahezu steuerfrei vereinnahmen.

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